GIFT IM EURO!
Eine Untersuchung von ÖKO-TEST und der Financial Times Deutschland ergab
hochgiftige zinnorganische Verbindungen in den Euro-Scheinen. Die
10-Euro-Banknoten enthalten insgesamt 740 Mikrogramm pro Kilogramm
zinnorganische Verbindungen, Tributylzinn (TBT), erhebliche Mengen Mono- und
Dibutylzinn sowie Monooktylzinn. Zinnorganische Verbindungen sind sehr giftig,
bereits sehr kleine Mengen TBT genügen, um das Immun- und Hormonsystem
von Tieren und Menschen zu beeinträchtigen.
GREENPEACE ermittelte in den Windeln namhafter Hersteller wie Pampers das
Gift Tributylzinn (TBT), das schon bei Hautkontakt das Immunsystem
schädigt. ("raum&zeit", 106/2000, S. 64, ISSN 0722-7949). Der Stoff wird
auf Schiffsrümpfe gestrichen und hält Muscheln fern. Diese entwickeln
ferner überdimensionale Geschlechtsorgane und sterben aus. TBT wird
auch zur Imprägnierung von Tapeten verwendet Dibutylzinn wirkt sich
wahrscheinlich ebenso nachteilig auf das Hormonsystem aus, andere Verbindungen
sind nicht ganz so schädlich.
Die Chemikalien stabilisieren die Farben in den Scheinen, damit sie
nicht - etwa durch Sonnenlicht - verblassen. Doch "diese Hormongifte
gehören nicht in Geldscheine", urteilt der Hormonspezialist Dr. Dietrich
Klingmüller von der Uni Bonn. Ausserdem zeigt zum Beispiel die
Textilindustrie, die Farben in Kleidung stabilisieren muss, dass es
unbedenkliche Alternativen gibt. Ob auch andere Scheine mit zinnorganischen
Verbindungen belastet sind, haben wir nicht untersucht. Doch es spricht alles
dafür, denn auch die Farben der anderen Scheine müssen vor dem
Ausbleichen geschützt werden.
Die Münzen geben 50 mal mehr Nickel ab als für Modeschmuck
erlaubt ist. Der Präsident des Ärzteverbandes deutscher
Allergologen, Thomas Fuchs, warnte: "Kassierer, Bankangestellte und Personen,
die beruflich viel mit Münzgeld in Berührung kommen, haben ein
erhöhtes Risiko, eine Nickel-Allergie zu entwickeln." Die Verwendung des
Metalls für die 1- und 2-Euro-Münzen sei "aus allergologischer Sicht
unverständlich". Die 1- und 2-Euro-Münzen enthalten 25 Prozent Nickel
und geben erhebliche Mengen davon ab, nämlich 50 mal mehr, als das
Gesetz für Modeschmuck erlaubt. Dieser Wert muss zwar noch durch zehn
geteilt werden - damit will der Gesetzgeber mögliche Mess-Schwankungen
ausgleichen.
Angesichts der heute erreichten Analysepräzision ist das wohl ein sehr
fauler Trick. Doch selbst dann überschreiten die Euro-Münzen den
Grenzwert für Modeschmuck noch um das Fünffache. Nickelallergiker
reagieren bei solchen Werten mit den typischen Symptome wie Juckreiz oder
Rötungen. Die Reaktion auf Nickel ist heute die Allergie Nummer 1 in
Deutschland. Bundesweit leiden bis zu sechs Prozent der Männer und etwa elf
Prozent der Frauen an den typischen Symptomen, wenn sie mit dem Metall in
Berührung kommen. Schlimmer noch: Das Metall ist sensibilisierend. Das
heisst: Es macht auch Menschen allergisch, die bislang keine Allergie hatten
.
Was tun?
Der Kontakt mit den Schadstoffen in dem neuen Geld ist kaum zu vermeiden.
Nickel-Allergiker können daher nur beobachten, ob sie reagieren und dann
Vorsichtsmassnahmen ergreifen. Dazu gehört beispielsweise, die
nickelhaltigen Münzen nicht schon lange vor dem Bezahlen in der Hand zu
halten oder sie lose in der Manteltasche aufzubewahren, wo sie mit den
Händen in Berührung kommen. Wer sehr häufig mit den Münzen
zu tun hat, sollte möglicherweise vorbeugend Handschuhe tragen.
o Die zinnorganischen Verbindungen machen auf keinen Fall sofort krank. Man
merkt die Wirkung vielleicht erst, wenn man ein missgebildetes Kind bekommt.
Daher sollte Finanzminister Eichel möglichst bald andere
Farb-Stabilisatoren einsetzen.
Daraus besteht das neue Geld
- 1-Cent-Münze: Stahl mit Kupferauflage
- 2-Cent-Münze: Stahl mit Kupferauflage
- 5-Cent-Münze: Stahl mit Kupferauflage
- 10-Cent-Münze: Nordisches Gold (Kupfer, Aluminium, Zink, Zinn)
- 20-Cent-Münze: Nordisches Gold (Kupfer, Aluminium, Zink, Zinn)
- 50-Cent-Münze: Nordisches Gold (Kupfer, Aluminium, Zink, Zinn)
- 1-Euro-Münze: Kupfer, Nickel
- 2-Euro-Münze: Messing, Nickel
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